Logo klein

Öffnungszeiten:
Di - Sa: 10:00 bis 02:00
(außer Feiertags)

 Vogelweiderstraße 28
 Sterneckstraße 33
+43 (0) 662 265514

Mahlzeit!

Es ist in der Tat so und gleichzeitig komplett deppert: Wenn man um die Mittagszeit in einem Amt, einem x-beliebigen Betrieb oder sogar in einer Designerei dahinschwadroniert, dann schallt einem von allen Seiten ein freundliches „Mahlzeit!“ entgegen.

Es ist dabei gar nicht relevant, ob man sich auf dem Weg zum Mittagstisch befindet oder auch nicht. Sogar wer nachweislich zum nächsten Termin im oder außer Haus hastet, kann mit einem herzhaft-heftigen „Mahlzeit!“ verwirrt werden.

Die Essenszeit wird dabei recht großzügig ausgelegt. Man hat meist den Eindruck, dass es um den Zeitraum von etwa 10.00 Uhr bis etwa 15.00 Uhr geht. Um 10.00 Uhr könnte man sein Büroverlassen, um im Kaffeehaus bei einem zweiten Frühstück einen Geschäftspartner zu treffen. Um 15.00 Uhr könnte man von einem Geschäftsessen ins Büro zurückkehren. An einem acht- oder neunstündigen Arbeitstag kann also grob gesprochen mehr als die Hälfte der Zeit mit „Mahlzeit!“ gegrüßt werden – ganz ohne ironische Untertöne. Auch jene Kollegen, die zu Mittag nur ein Birchermüsli essen, werden so gegrüßt.

Wer heute „Mahlzeit!“ zu Beginn eines Essens sagt, der meint Guten Appettit . Und wer den Tisch verlässt, verabschiedet sich mit „Mahlzeit!“ von seinen Tischgenossen. In den Gängen der Büros und auf den Flanierstraßen der Innenstädte heißt „Mahlzeit!“ soviel wie „Guten Tag.“. Aber wer isst schon zum Gabelfrühstück ein Tellerfleisch und trinkt dazu ein Krügel Bier? Und wer schiebt zwischen Frühstück und Mittagessen ein Gulasch oder ein saftiges Beinfleisch ein?

Und dann gibt es da ja noch die berühmte Legende, die besagt, dass sich „Mahlzeit!“ als Mittagsgruß in der Zeit des Nationalsozialismus stark ausgebreitet hat: Man habe mittags mit „Mahlzeit!“  gegrüßt, um das vorgeschriebene Heil Hitler zu vermeiden. Selbst wenn das wahr ist: Diese Zeit ist Gott sei dankvorbei. Höchste Zeit also, dass auch „Mahlzeit!“ in seiner jetzigen Form das Zeitliche segnet.

Oder was meinen Sie?